Zukunft des Tisa-Brunnens auf dem Marktplatz

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

Zukunft des Tisa-Brunnens auf dem Marktplatz

Technischer Beigeordneter Holger Lohse stößt Diskussion dazu an

In welcher Form und an welchem Standort der Tisa-Brunnen erhalten bleibt, muss nach neuen Erkenntnissen über den Zustand des Kunstwerkes diskutiert werden. Holger Lohse, Technischer Beigeordneter der Stadt Dorsten, sieht mehrere Möglichkeiten und möchte eine breite Diskussion darüber führen.

Der Brunnen wurde von der Dorstener Ehrenbürgerin und Ursulinin Tisa von der Schulenburg (Schwester Paula) geschaffen, von der Sparkasse Vest in Dorsten finanziert und der Stadt 1962 geschenkt. Der Standort vor dem früheren Sparkassen-Gebäude (heute C&A) am Markt war eng mit dem Geldinstitut als Stifter verbunden. Seit ein paar Jahren wird der Betrieb der Brunnenanlage nicht nur von der Sparkasse Vest finanziert, sondern auch vom Immobilienunternehmen IPE Dorsten, als heutiger Eigentümer des Hauses Markt 16.

Der Brunnenkörper in schlicht-funktionaler Form ist verkleidet mit Reliefplatten aus Beton, auf denen in Schrift und Bildern die Geschichte der Stadt erzählt wird. Damit diese ohnehin schon durch die Zeit gelockerten Reliefs bei der Neugestaltung der Innenstadt keinen Schaden nehmen, wurden sie im Januar durch den Steinmetz Rainer Kuehn abgenommen und zunächst gesichert.

Nach der Freilegung des Brunnenkörpers wurde offenkundig, dass auch dieser außerordentlich marode ist und erneuert werden müsste. Die Wassertechnik war bereits seit geraumer Zeit schadhaft und bedürfte ebenfalls einer Generalüberholung nach den neuesten Regeln der Technik. Damit stellt sich letztlich auch die Frage, ob der Standort noch der richtige ist, da hier die Bindung an die Sparkasse als Stifter verloren gegangen ist.

Stadtbaurat Holger Lohse: „Der Brunnen ist sicherlich das bekannteste Werk unserer Ehrenbürgerin Schwester Paula. Er ist nach fast 60 Jahren an diesem Ort ein Teil der Identität unserer Stadt und fest verankert in den Erinnerungen vieler Menschen in Dorsten. Die Frage nach der Zukunft dieses Brunnens dürfen wir darum nicht leichtfertig beantworten, sondern müssen das Ergebnis in einer breiten Diskussion suchen.”

Unter Beachtung der ideellen Aspekte, funktionaler Fragen und auch der Kosten sehen die bisher beteiligten Akteure folgende Optionen:

1. Wiederaufbau des Brunnens am jetzigen Standort als Wasserspiel oder Trinkwasserbrunnen. Der Standort folgt der Tradition, gilt aber nicht mehr als optimal, da der Brunnen von der Außengastronomie „verdeckt” wird. Die Kosten für eine wasserführende Brunnentechnik nach aktuellen DIN-Normen  liegen im beginnenden sechsstelligen Bereich. Die Finanzierung könnte mit bis zu 50% Förderung aus dem1. Altstadtfonds bezuschusst werden, gleichwohl der Eigenanteil mit 50% nicht gedeckelt ist.
2. Aufbau des Brunnens an einem anderen Standort im Bereich der Altstadt (z.B. Lippetorplatz, Platz der Deutschen Einheit, nahe des heutigen Sparkassen-Gebäudes), ebenfalls als Springbrunnen oder Trinkwasserbrunnen. Kosten wie zuvor.
3. Aufbau des Brunnens ohne Wassertechnik auf dem Zechengelände. Hier bestünde jeweils eine enge, ideelle Bindung an die Schöpferin Tisa von der Schulenburg: Sie war dem Bergbau eng verbunden und auf dem Fürst-Leopold-Areal wird das Tisa-Archiv eine Heimat finden. Die Betreuung des Brunnens könnte durch die Tisa-Stiftung sichergestellt werden. Die Finanzierung wäre über Sponsoren im Zuge der Einrichtung der Tisa-Stiftung darstellbar.
4. Ausstellung nur der Relief-Platten als den eigentlichen Kunstwerken am neuen Tisa-Archiv oder im Umfeld des St. Ursula-Klosters. Hier würden vergleichsweise geringe Kosten anfallen und eine Finanzierbarkeit möglich.

Mit der Nennung der Optionen möchte Stadtbaurat Lohse eine Diskussion über die Zukunft des Brunnens anstoßen, die nicht nur von Sachfragen, sondern auch von Emotionen geprägt sein wird. Lohse: „Wir möchten darum ein Stimmungsbild erspüren und werden danach überlegen, in welche Richtung wir weiterdenken. Bei der Entscheidung sind dann viele Akteure einzubinden – die Tisa-Stiftung, der Konvent der Ursulinen, die Sparkasse Vest, IPE und die Politik. Nur eines muss dabei klar sein: Da die Erneuerung der Innenstadt voranschreitet, brauchen wir eine zeitnahe Entscheidung. Denn den Standort vor dem früheren Sparkassengebäude am Markt werden wir nicht allzu lange freihalten können.”

Wenn Sie Hinweise, Anregungen oder Ideen haben schreiben Sie bitte eine kurze E-Mail an baudezernat@dorsten.de mit dem Betreff: Tisa-Brunnen.

Text: Stadt Dorsten

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