Lernen, was es heißt, Chef zu sein

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

Lernen, was es heißt, Chef zu sein

Wulfener Schüler planen virtuelle Bank für Wettbewerb

Rebekka Schrudde, Mike Meuris, Anna Sashkina, Pia Kretschmann, Jonah Schonebeck und Fabian Michels von der Gesamtschule wollen es wissen: Sie haben sich beim Planspiel des Bankenverbandes angemeldet und wollen die beste virtuelle Bank Deutschlands leiten. „Das Bankenplanspiel ist ein Wettbewerb für Schüler, die sich für Wirtschaftsthemen interessieren und Spaß daran haben, Eigeninitiative zu entwickeln“, sagt Schulleiter Hermann Twittenhoff. Vorkenntnisse der Bankbetriebs­lehre sind nicht erforderlich. Das für eine erfolgreiche Teilnahme notwendige Wissen erwerben die Schüler mit „learning by doing“. Begleitet werden sie vom Wirtschaftslehrer Michael Schmale.

Schulbanker ist bei jungen Schülern so beliebt, weil spielerisch wirtschaftliches Wissen vermittelt und zugleich soziale Kompetenzen trainiert werden. „Wer gewinnen will, muss unternehmerisch denken und nicht zuletzt ein Teamplayer sein und das macht Spaß“, so Michael Schmale. In diesem Jahr nehmen mehr als 30 Schüler in sieben Gruppen aus der Oberstufe freiwillig über den Unterricht hinaus daran teil. „Wir bieten inzwischen das Planspiel jährlich an, um den Bereich der ökonomischen Bildung an der GSW zu unterstützen“, sagt Michael Schmale.

Wie der Vorstand einer echten Bank müssen die Wulfener Mitspieler gemeinsam Entscheidungen treffen und strategisch handeln: Kredite vergeben, Zinssätze festlegen, Börsenkurse im Blick behalten. Dabei gewinnen sie Einblicke in die Wirtschaftswelt aus einer ganz besonderen Perspektive und damit ein tieferes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Bis Februar 2022 wird der Wettbe­werb als Fernplanspiel über das Internet ausgetragen. Ende März spielen dann die 20 besten Teams live in Berlin um den Sieg. Die drei Gewinner-Banken erhalten Geldpreise in Höhe von 4.000, 3.000 und 2.000 Euro für ihre Schulen und zusätzlich 500, 400 und 300 Euro für die Teams. „Wir wollen tägliches Bankenwesen besser verstehen und Gefühl dafür entwickeln, was Banken machen, wie sie mit Geld Profit machen. Und wir wollen lernen, was es heißt, dort Chef zu sein“, so die Schulbanker aus Wulfen.

„Ohne eine finanzielle Bildung ist es fast unmöglich sich heute im Alltag zurechtzufinden. Allein schon im Hinblick auf die wichtigen Themen Sparen und Geldanlegen. Deshalb engagieren wir uns hier, damit junge Leute selbstbestimmt durchs Leben kommen“, meint Michael Schmale weiter. Insgesamt 592 Teams aus 143 Schulen starten bei der neuen Runde von Schulbanker, darunter auch Teams aus Italien, Österreich, der Schweiz und erstmalig aus Tschechien. „Außerdem ist es gerade heute besonders wichtig, dass bereits Schüler unsere komplexen Wirtschafts- und Finanzsysteme durchdrin­gen, denn auch bei Themen wie Klimaschutz spielen Banken eine zentrale Rolle. Banken sollten die Wirtschaft bei der Finanzierung der Klimaschutzmaßnahmen unterstützen, hin zu einer klimafreundlicheren Gesell­schaft und Wirtschaft. Das ist gerade jungen Menschen wichtig und fängt bei ihnen an“, ergänzt Michael Schmale.

Foto oben rechts: Jetzt geht es für Rebekka Schrudde, Mike Meuris, Anna Sashkina, Pia Kretschmann, Jonah Schonebeck und Fabian Michels richtig zur Sache. Die drei Schüler der Gesamtschule Wulfen wollen Deutschlands beste virtuelle Bank aufbauen.

Text und Foto: GSW

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