Sythener Autorin Petra Herrmann liest aus ihrem neuen Buch

von Ulf Steinböhmer

Am Freitag, 23. Juni, liest die Sythener Autorin Petra Herrmann in der Stadtbücherei Haltern am See aus ihrem neuen Buch „Freiheit, Kunst und Hühnermägen“, einer Geschichte über eine ungewöhnliche deutsch-syrische Freundschaft. Beginn ist um 19 Uhr. Die Gäste können sich zudem auf eine kurdische Köstlichkeit freuen.
Kaum ein Tag ohne Schreckensmeldung: Die Angst vor Terror und „Überfremdung“ bestimmt die Schlagzeilen, Talkrunden, Politbarometer und auch das persönliche Empfinden. „Es wird Zeit, dass Positives zur Sprache kommt“, ist die Autorin Petra Herrmann überzeugt. Die Erlebnisse eines jungen Syrers, der fernab seiner eigentlichen Heimat in Deutschland, inmitten einer fünfköpfigen Familie, neue Wurzeln schlägt, ist berührend zu lesen, sie bringt zum Lachen, Weinen und Nachdenken.
Idyllisch mutet das Leben auf dem kleinen Hof im Münsterland mit Pferden, Hunden, Katzen, Schweinen, Kaninchen, Fröschen, vielen Kindern und deren Eltern an – eine Normalität, die im krassem Kontrast zu dem steht, was Aziz in Syrien erlebte. Zwischen Bürostuten, Hühnermägen, Künstlern, besorgten Eltern und syrischen Eseln lernt der junge Mann das Leben in Deutschland kennen – und steht vor der Herausforderung, sich aus Gewesenem und Künftigem eine neue Identität zu erbauen. Sein Weg macht Mut, sich von Angst und Schrecken nicht lähmen zu lassen, sondern den Blick offen zu halten für Humor, Freundschaft und Menschlichkeit.
„Zu uns sind Menschen gekommen! Menschen mit einem Namen, einer Geschichte, mit Persönlichkeit, mit Hoffnungen und Ängsten, mit Ecken und Kanten; Menschen wie du und ich“, so Herrmann. „Ich freue mich auf viele weitere Abende am Lagerfeuer, Diskussionen über Gott und die Welt, auf Missverständnisse und Verstehen ohne Worte, viele neue Bilder, Museums- und Theaterbesuche, Tiefkühlpizzen und wenn es sein muss, auch auf Hühnermägen. Dafür nehme ich es in Kauf, dass mir beim Lesen, Hören oder Sehen der Nachrichten häufig die Tränen kommen, dass mein Blutdruck steigt und meine Toleranz versagt, wenn ich ausländerfeindliche Parolen höre“, zieht sie Bilanz.
Ihr Buch ist eine beherzte Einladung, die eigene Kultur von einem anderen Blickwinkel aus anzuschauen. Humorvoll bietet der Blick über den Tellerrand Erhellendes zum Thema geglückter Integration, der nicht zuletzt dazu ermutigt, die Begegnung mit dem Unbekannten zu wagen und daran zu wachsen.

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