Erinnerung an die Pogromnacht

von Ulf Steinböhmer

Mit einem besonderen Abend gedenken die Evangelische Kirchengemeinde und die Stadtverwaltung in diesem Jahr der Pogromnacht von 1938: Sie laden am Donnerstag, 8. November, um 19 Uhr ins Paul-Gerhardt-Haus ein. In diesem Jahr jährt sich die Pogromnacht zum 80. Mal. Denn in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wüteten nationalsozialistische Schergen in ganz Deutschland – auch in Haltern. Sie zündeten jüdische Gotteshäuser an, zerstörten willkürlich Eigentum jüdischer Bürgerinnen und Bürger, misshandelten und ermordeten kaltblütig viele von ihnen. Am nächsten Tag verschärfte das NS-Regime die systematische Verfolgung der Juden, die bald darauf in den Holocaust führte.

Über die dramatischen Ereignisse in der Novembernacht und danach sind zahlreiche authentische Berichte und persönliche Erinnerungen von Betroffenen aus ganz Deutschland überliefert. Einige davon hat der in Recklinghausen wohnende Michael van Ahlen für die Lesung „Eine Nacht im November 1938“ zusammengestellt. Er liest aus dem Buch „Novemberpogrom 1938 – Die Augenzeugenberichte der Wiener Library, London“ und aus dem Buch „Kinderjahre“ von Jona Oberski. So wird den Zuhörerinnen und Zuhörern auch heute noch das unglaubliche Geschehen von damals unmittelbar vor Augen geführt.
Musikalisch umrahmt wird die Lesung von Ute Kloyer (Violine) und Gerd Kloyer (Gitarre). Der Eintritt ist frei.

Einen Tag später, am Freitag, 9. November, beginnt um 18 Uhr auf dem Marktplatz die vom Asylkreis organisierte Kundgebung, um an die Pogromnacht zu erinnern. Um 19 Uhr beginnt das ökumenische Gebet in der Sixtuskirche.

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