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Trauerbüro im Soziokulturellem Zentrum „Das LEO“ offiziell vorgestellt

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

Trauerbüro im Soziokulturellem Zentrum „Das LEO“ offiziell vorgestellt

Zu den Klängen von Silbermond „Irgendwas bleibt“ wurde heute das „Trauerbüro“ im Soziokulturellen Zentrum „Das LEO“ eröffnet.

„Dann ist es passiert: Plötzlich oder auch erwartet bricht die Trauer in dein Leben“, so beschreibt Lambert Lütkenhorst in seiner Eröffnungsrede das Gefühl, das jemanden überkommt, der den Tod einer nahestehenden Person erlebt. 

Tod, insbesondere Suizid, ist ein Thema, das heute immer noch totgeschwiegen wird. Darüber spricht man einfach nicht. Und erst recht nicht mit Kindern. Doch auch Kinder dürfen in ihrer Trauer nicht alleine gelassen werden. Sie müssen reden dürfen, weinen und auch wütend sein. Zu diesem Zweck können sie am besten dort betreut werden, wo sie anzutreffen sind, wie hier im Jugendzentrum „Das LEO“.

Das Projekt der Kinder- und Jugendtrauer-Begleitung starteten die Malteser vor sieben Jahren unter dem Motto: „Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit“, der Textzeile aus dem Lied, das heute zur Eröffnung gespielt wurde. Claudia Berg, hauptamtliche Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes, und Nathalie Vennemann, Kinderkrankenschwester, Kinder- und Jugendtrauerbegleiterin und ebenfalls Mitarbeiterin des Ambulanten Hospizdienstes, waren von Anfang an dabei. Zu ihren ersten Projekten gehörte damals eine Schule in Altendorf, die dieses Thema in ihren Unterrichtsstunden gerne aufgriff und dabei von den Trauerbegleitern unterstützt wurde. Dem Schulprojekt folgten weitere Schulen und Angebote in Dorstener Kindergärten, später kleine Gruppen, die sich ein halbes Jahr lang begleitet vorübergehend im Baumhaus getroffen haben – und nun im „Trauerbüro“ des LEO. Speziell dafür wurde ein selten genutzter Raum zum Ort der Begegnung für trauernde Kinder und Jugendliche umfunktioniert. 

Ohne finanzielle Unterstützung kann die Trauerarbeit nicht bewerkstelligt werden. Daher freuten sich die Trauerbegleiter über eine Spende in Höhe von 1 000 Euro, die auf einem ökumenischen Pfarrfest der Katholischen Pfarrgemeinde St. Matthäus mit der Evangelischen Kirchengemeinde Hervest-Wulfen gespendet wurde. Weitere 365 Euro kamen beim Abiturgottesdienst der Schermbecker Gesamtschule zusammen und last but not least übergab Reinhold Aleff, Präsident des Rotary Clubs Dorsten, einen Scheck in Höhe von 4 000 Euro. Ralph Heeger spendete zwei seiner großformatigen Bilder zwecks Versteigerung, die Manuel-Neuer-Stiftung sagte ihre Unterstützung zu,  ebenso die Vereinigung Dorstener Zahnärzte (VDZ), die Ende des Jahres ihre Zahngoldspende, wie auch im letzten Jahr, an den „Hospizdienst-Freundeskreis-Dorsten e.V.“ mit dem Schwerpunkt „Kindertrauerarbeit“ überreichen wird. 47 000 Euro kamen bei der letzten Sammlung zusammen. Die Vorsitzende der Vereinigung Frau Dr. Engels hofft, dass der Freundeskreis sich auch nach Beendigung der diesjährigen Sammelaktion im September erneut über eine fünfstellige Summe freuen darf.
Am 23. September, dem Tag der Zahngesundheit, stehen Vertreter der Zahnärztlichen Vereinigung zusammen mit dem Hospizdienst-Freundeskreis von 10:00 bis 12:00 Uhr vor der Metzgerei Bellendorf in Dorsten.
Sollten Sie, lieber Leser, liebe Leserin, noch alte Brücken, Goldzähne oder einen Silberring in der Schublade liegen haben und gerne die Jugendtrauerarbeit unterstützen wollen, dann können Sie sie gerne vor Ort in die Sammeldose geben. Der Erlös geht zu 100 Prozent in die Trauerarbeit mit Jugendlichen. 

Foto oben rechts: Sie sind die Ansprechpartner für trauernde Kinder und Jugendliche im Leo: (v.l.)  Eveline Kromus-Schüth, Meryem Ebeling, Ingeborg Herzfeld, Dennis Ullrich, Heinrich Knappmann, Ulla Kuhn und Claudia Berg. Vorne mit ihren beiden Kindern Nathalie Vennemann

Text und Foto: Martina Jansen

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