„Schwerinordnung“

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

„Schwerinordnung“

Bürgermeister bittet Ministerpräsident Laschet um Prüfung, ob sympathische Hülle für den Schwerbehindertenausweis auch in NRW eingeführt werden kann

In den vergangenen Tagen hat eine junge Frau bundesweit Schlagzeilen gemacht, die mit einer beschrifteten Hülle aus ihrem „Schwerbehindertenausweis“ einen „Schwerinordnungausweis“ gemacht hat. Die Geschichte ist überall auf große Sympathie gestoßen und wird nun in einigen Bundesländern offiziell eingeführt. Bürgermeister Tobias Stockhoff war begeistert von dieser kleinen Geschichte mit großer Aussagekraft. Er hat darum Ministerpräsident Armin Laschet angeschrieben und angeregt, auch das Land NRW möge prüfen, ob eine solche Hülle offiziell zugelassen und von den zuständigen Behörden ausgegeben werden kann.

Bürgermeister Stockhoff: „Das ist meines Erachtens viel mehr als Symbolpolitik. Ich weiß aus vielen Gesprächen, dass der Begriff Schwerbehindertenausweis trotz seines positiven Nutzens von vielen betroffenen Menschen als stigmatisierend empfunden wird und durchaus auch zu Missverständnissen führt.“

So habe er von einem jungen Mann gehört, der mit diesem Ausweis das Anrecht auf eine Begleitperson erhält, die ihm beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr oder beim Besuch eines Schwimmbades helfen darf. In der Praxis erlebt er es allerdings, dass er z.B. in ein Schwimmbad nicht eingelassen wird, weil er keine Begleitperson dabei hat und der Ausweis so verstanden wird, dass er eine Pflicht hat, sich begleiten zu lassen. So entfaltet die Gestaltung des Ausweises also reale Wirkung.

Text: Stadt Dorsten

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