Philipp Peißen, geboren und aufgewachsen in Dorsten, zeigt heute in Cannes seinen neuen Film

von Martina Jansen

Philipp Peißen, geboren und aufgewachsen in Dorsten, zeigt heute in Cannes seinen neuen Film

Ein Film der die Schwelle überschreitet

Essen – Cannes – London

Vor unserem Tod werden wir uns alle fragen: Sind wir im Leben auf uns selbst gestoßen? Und was kommt nun? Threshold, der neue Film vom Essener Filmemacher Philipp Peißen geht genau auf diese Reise ohne Rückkehr. Im Ruhrgebiet auf 8-mm gedreht, feiert der Kurzfilm am kommenden Dienstag, 23. Mai 2017 Weltpremiere in Cannes während der 70. Filmfestspiele in Frankreich.

In drei Minuten zwanzig wird in Threshold die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der die Schwelle seines Lebens überschreitet. Sein Selbstmord ist nur der Anfang.

Der no-budget Film wurde komplett in Essen und Umgebung realisiert und ist im Rahmen des Straight 8 Filmfestivals 2017 entstanden. Straight 8 ist ein internationaler Kurzfilm-Wettbewerb in London, bei dem jährlich 150 Teams aus aller Welt teilnehmen. Die Herausforderung ist es einen Film auf einer Super 8 Kassette zu drehen und unentwickelt, ohne Postproduktion, einzureichen.

Super 8 wurde im Mai 1965 von Kodak eingeführt und ist ein Schmalfilm-Filmformat, das damals überwiegend für private Urlaubsfilme verwendet wurde. Bei Regisseuren ist es wegen seiner Ästhetik geschätzt aber nur wenig verwendet. Farbe, Körnung und Auflösungen der 8-mm Filme bringen bis heute einen ganz besonderen Charme aus alten Zeiten auf die Leinwand.

Bei der Produktion von Threshold war die Besonderheit für Philipp Peißen nicht nur das analoge Filmmaterial und die analoge Kamera aus den 1980er Jahren, sondern auch der Nervenkitzel jede Einstellung stundenlang vorzubereiten und nur ein einziges mal drehen zu können. In Zusammenarbeit mit der Produktionsleiterin Bernadette Siebers, dem Schauspieler Christian Freund und dem Komponisten Fabian Beeren ist ein neuer Kurzfilm, nach Ich geh mit meiner Laterne, 2016 und Epische Rache, 2016 von Philipp Peißen auf der Leinwand zu sehen.

Der belichtete Film wurde im März unentwickelt ins Cinelab Labor nach England geschickt. Der Soundtrack wurde ohne Originalfilm „blind“ in Deutschland erstellt und als Audiodatei nachgeliefert. Ob alles geklappt hat, sehen die Teilnehmer des Festivals zusammen mit dem Publikum das allererste Mal auf der Festivalpremiere im Juni in London. Hier werden 50 Filme aus den 150 Einreichungen zu sehen sein. Acht Teams wurden von einer Fachjury auserwählt, einen Monat vorher Premiere in Cannes während der internationalen Filmfestspiele zu feiern. Threshold ist in diesem Jahr der einzige deutsche Beitrag in Cannes.

Philipp Peißen und das Filmteam aus Essen werden natürlich in Cannes und London anwesend sein.

Foto oben rechts: Christian Freund

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