Mit Abfall Leben retten

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

Mit Abfall Leben retten

Gesamtschüler sammeln 12.800 Deckel

Das Recycling von hochwertigen Kunststoff­verschlüssen bringt Geld. Geld, das die Klasse 7.2 der Gesamtschule Wulfen in Form von Kunst­stoffdeckeln zur Bekämpfung der Kinderlähmung sammelt. „12.800 Kunststoffdeckel von PET-Flaschen, Saft- und Milchtüten haben sie bereits zusammengetragen, 5.800 kamen allein von Jannis Sieke, der dafür einen Klassenpokal erhielt“, freut sich Schulleiter Hermann Twittenhoff. Die Deckel werden nun weitergeleitet an den Verein „Deckel drauf“.

Die Idee hinter dem vom Rotary-Club gegründeten Verein ist einfach: Pfand kann auch ohne Deckel abgegeben werden. Durch das Sammeln, Einschmelzen und den anschließenden Verkauf des hochwertigen recyclingfähigen Materials Polyethylen oder Polypropylen werden Schluckimpfungen gegen Polio finanziert. 500 Deckel wiegen etwa ein Kilogramm und finanzieren eine Impfung in Afghanistan, Pakistan und Nigeria. Ziel der Aktion ist es, die Kinderlähmung weltweit auszurotten. „Unsere Kinder bekommen vermittelt, wie leicht es ist, anderen zu helfen“, erklärt Klassenlehrerin Tanja van der Schors die Beweggründe. „Auf jeden Fall machen wir weiter.“

Polio ist die Abkürzung für Poliomyelitis, eine durch Polioviren hervorgerufene Infektionskrankheit. Die im Deutschen als Kinderlähmung bezeichnete Erkran­kung führt von Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod. In Deutschland gilt Polio als ausgerottet, weltweit gibt es jedoch noch drei Länder, in denen die Krankheit auftritt. Die Ursache der Poliomyelitis, die Polioviren, können bisher nur durch Impfungen eingedämmt werden.

Foto oben rechts: Die Schüler der Klasse 7.2 haben sich beim Sammeln von Kunststoffdeckeln mächtig ins Zeug gelegt. Mit ihren zusammengetragenen Deckeln können 25 Impfungen gegen Kin­derlähmung finanziert werden.

Text und Foto: Gesamtschule Wulfen

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