Kunst trifft auf Naturwissenschaften

von Martina Jansen

Kunst trifft auf Naturwissenschaften

Innovation und Kreativität – Wildpflanzen werden zu Energielieferanten und Kunstwerken

Die Gesamtschule Wulfen geht neue Wege, um Kunst und nachhaltige Entwicklung eng miteinander zu verknüpfen. Im Chemieunterricht von Frank Berghaus sammelten Schüler von zwei 8er-Klassen Pflanzen in der Schulumgebung. „Eine Kleingruppe hatte sich für die Holunderbeere entschieden, die beim Auskochen auch reichlich Saft ergab. Mit der Unterstützung des Berliner Künstlers Franz John, der regelmäßige im Künstlerdorf Schöppingen zu Gast ist, bauten sie dann so genannte Grätzel-Zellen. Die Grätzel-Zelle ist eine, aus acht Schichten bestehende, Strom erzeugende Farbstoff-Solarzelle. Eine echte Innovation also“, sagte Schulleiter Hermann Twittenhoff.

Der Pflanzensaft wurde auf spezielle Objektträger aufgetragen und schon konnte Strom gemessen werden. Danach experimentierten die Nachwuchs­forscher aus Wulfen eine Woche lang mit kleinen Motoren und Lautsprechern. Aus den gewonnenen Naturfarben gestaltete eine weitere Schülergruppe des Fachs Darstellen und Gestalten unter Anleitung von Katrin Block großformatige Bilder nach der Musik „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky. Die Ergebnisse werden in zwei Vitrinen in der Schulstraße präsentiert.
Zum Tag der offenen Tür am 19.9. wird es eine offizielle Vorstellung geben, dann sind auch die Bilder der Künstlergruppe fertig gestellt.

Das Grätzel-Projekt fand im Rahmen des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen“ statt und diente der stärkeren Vernetzung der bildenden Kunst mit Themen der nachhaltigen Entwicklung. Innerhalb der Regionale 2016 und dem Projekt "Grünschatz" wurde direkt neben der Schule ein Wildblumenfeld angelegt, das die Projektidee beförderte. Durch Anregung von Hans Rommes­winkel vom Dorstener Umweltamt kam es zu dem Kontakt mit dem renommierten Künstler Franz John. Dieser ist mittlerweile ein Experte auf dem Gebiet der alternativen Stromerzeugung und lässt dieses Wissen verstärkt in seine Kunst einfließen.
Bei den Schülern jedenfalls wurden Forschergeist und Kreativität geweckt. Das Projekt wird nächstes Jahr noch einmal durchgeführt und es finanziert sich durch Spenden.

Die GSW in Kürze:

Die GSW zählt zu den ältesten Gesamtschulen in NRW. Die GSW ist ausgezeichnet als „Schule ohne Rassismus“, „Schule ohne Gewalt“, „Gesunde Schule“ und als „Vorbildliche Schule“. Schwerpunkte liegen auf dem „Gemeinsamen Unter­richt“, der Hochbegabten Förde­rung in Zusam­menarbeit mit der Universität Münster. Die GSW ist ausgezeichnete MINT-Schule mit naturwissen­schaftli­chem und tech­nischem Schwer­punkt und ist Bundessieger des Jugend-Software-Preisen. Sie nimmt am Modell­programm „Kulturagenten für kreative Schulen“ teil und fördert die kulturelle Bildung.

Foto oben rechts: Luca Pech aus der Klasse 8.5 misst die Strom­fähigkeit

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