Innovationstreiber auf zwei Rädern

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

Innovationstreiber auf zwei Rädern

Der-E-BikeMarkt boomt

Es sind zwei Zahlen, die mehr als deutlich zeigen, wo die Zukunft der Mobilität liegt: 720.000 und 54.492. Das eine ist die Anzahl verkaufter Elektroautos im Jahr 2017. Das andere ist die Anzahl verkaufter Elektrofahrräder im selben Jahr. Diese Zahlen führen vor Augen, dass zwei Themen, die die Mobilität der Menschen beschäftigen, in ganz unterschiedliche Richtungen laufen, als vielleicht von manchen Herstellern geplant. Denn die 720.000 steht für die verkauften E-Bikes, die längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.

Ob „normale“ Fahrräder mit Elektroantrieb, E-Mountainbikes, Urban E-Bikes oder E-Rennräder – die Zweiräder mit elektrischer Unterstützung sind voll im Trend und sprechen eine riesige Zielgruppe an. Besonders beliebt sind wegen ihres herausragenden Designs und der innovativen Weiterentwicklung von Batterie und Antriebstechnik dabei E-Bikes „Made in Germany“. Hinzu kommt, dass das vielseitige Angebot sämtliche Anforderungen der Kunden erfüllen kann.

Das merkt auch Michael Benthaus, Geschäftsführer von Big Wheel in Haltern am See. „E-Bikes bzw. Pedelecs sind unser Tagesgeschäft. Das fängt morgens an und hört abends auf“, sagt der Experte. „Das E-Bike in seinen unterschiedlichsten Facetten ist ein riesiges Thema für unsere Kunden. Ob über das Firmenleasing, das wir mit sämtlichen Vertragspartnern anbieten, oder als Freizeitgerät – wir merken auf jeden Fall, dass Menschen zunehmend öfter ihr Auto stehen lassen und, z.B. für den Weg zur Arbeit, lieber das Elektrofahrrad nehmen. Das Fahrrad hat einfach eine ganz andere Wertigkeit bekommen.“ Was nämlich in seinen Anfängen vor fast drei Jahrzehnten noch als Rad für ältere Menschen galt, habe sich heute längst zu einem echten Lifestyle-Produkt entwickelt. 

Foto oben rechts: Michael Benthaus von BIG WHEEL steht für exklusive Fahrräder und Pedelecs, die er auch auf der CCA in Haltern am See am ersten Maiwochenende ausstellen wird

Ganz ähnlich sieht es wenige Kilometer von Haltern entfernt bei „Schmitz | Fahrrad. Freiheit. Leben in Dorsten aus. Inhaber Klaus Schmitz beschäftigt sich seit 20 Jahren mit dem Thema E-Bike und hat dessen Entwicklung und Fortschritt von Anfang an verfolgt. Keine Frage, dass er und sein Team nicht allein über eine umfassende Expertise, sondern auch über ein ebenso umfassendes Angebot an Rädern verfügen. Dabei setzt der Zweiradexperte unter anderem auf ein ganz besonderes Leasing-Modell, um noch individueller auf die Wünsche seiner Kunden eingehen zu können. „Neben dem klassischen Firmenleasing, bei dem wir mit allen Anbietern auf dem Markt kooperieren, bieten wir auch ein Leasing-Modell für Privatkunden an“, so Klaus Schmitz. 

Foto oben rechts: Heike udn Klaus Schmitz sowie ihr Team sind absolute E-Bike-Experten

Das Besondere dabei: eine Null-Prozent-Finanzierung inklusive Versicherung. Diese umfasst Reparaturen, wie z.B. bei einem Platten oder neuen Bremsen, und ist zusammen mit dem Elektrofahrrad nach drei Jahren abbezahlt. „Für unsere Kunden ist das eine tolle Möglichkeit, die wirklich gut angenommen wird“, sagt der Firmeninhaber aus Dorsten. Geeignet sei dieses Modell dabei wirklich für jeden. Und das "Schmitz. Fahrrad. Freiheit. Leben" wirklich alle Kundenwünsche bedienen kann, zeigen nicht zuletzt die Angebote, die über den normalen Fahrradverkauf hinaus gehen. „Ein Mal im Jahr bieten wir z.B. Seniorenschulungen an, bei denen ältere Menschen alles rund um das E-Bike erklärt bekommen. Grade für diese Zielgruppe kann ein elektrisch unterstütztes Rad eine große Erleichterung sein.“

Doch das ist nur einer von vielen Bereichen, die die Elektrofahrräder abdecken. Denn, und das merken sowohl Klaus Schmitz als auch Michael Benthaus, die Zielgruppe für E-Bikes hat sich kolossal verändert. So sei die Käuferschicht insgesamt deutlich jünger geworden, was auch an den E-Mountainbikes liegt. „Mit dem E-Mountainbike unterwegs zu sein, ist einfach ein ganz anderes Fahrerlebnis. Steigungen lassen sich viel leichter überwinden, was vor allem für Menschen, die keine Leistungssportler sind, aber trotzdem anspruchsvolle Touren fahren wollen, ganz toll ist“, sagt Michael Benthaus. Aus diesem Grund wird er in naher Zukunft auch das E-Rennrad in sein Sortiment aufnehmen. 

 Ein weiteres Thema, das beide Experten stark im Kommen sehen, ist das Lastenrad. Gerade in großen Städten soll es das Auto, wenn möglich, ersetzen. So will beispielsweise der Paketzustelldienst UPS bald vom Transporter auf E-Lastenräder umstellen. Und auch in Privathaushalten kommt das Lastenrad langsam an. Hier – sowie bei allen anderen E-Rädern auch – spielt der technische Fortschritt den Konsumenten in die Karten. Denn Akkus und Ladezeiten werden immer besser, sodass sich längere Strecken am Stück zurücklegen lassen. Und auch das Laden selbst, gestaltet sich mit herausnehmbaren Akkus zunehmend einfacher. Kein Wunder also, dass sich das E-Bike einer viel größeren Beliebtheit erfreut als das E-Auto. 

Text: Dr. Felicitas Bonk
Fotos: Jürgen Rustemeyer und privat

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