Fritz erklärt die Welt: Warum klebt Kleber nicht in der Tube?

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

Fritz erklärt die Welt: Warum klebt Kleber nicht in der Tube?

Hmmm, was könnte ich Euch heute erklären?
Ich sitze hier so rum, an meinem Schreibtisch, und lasse die Gedanken und Blicke kreisen. Was könnte meine hochverehrten Leser interessieren? Vielleicht etwas über den schönen blauen Himmel da draußen? Oder über meine Finger, die vom Plantschen ganz schrumpelig geworden sind?

Nee, das hatten wir ja alles schon in den letzten Folgen. Aber hier, guckt mal, diese Tube mit Klebstoff auf meinem Schreibtisch. Zu der könnte ich was erklären.

Habt Ihr Euch auch schon mal gefragt, warum Kleber nie in der Tube kleben bleibt? Schließlich klebt und trocknet er doch auch sehr zuverlässig auf Papier und anderen Materialien.

Zuerst muss man wissen, woraus Klebstoff eigentlich besteht. 

Früher, als wir alle noch gar nicht auf der Welt waren, wurde er aus Baumharzen gewonnen. Oder aus tierischen Abfällen. Deshalb auch der Name „UHU“. Nein, Quatsch, kleiner Scherz. Diese Marke hat mit Tieren und den Herstellungsweisen von damals gar nichts mehr gemeinsam.

Ein Jahr bevor meine Oma geboren wurde, 1932 nämlich, fand ein Apotheker namens August Fischer heraus, welche Zutaten in richtig guten Klebstoff gehören: Kunststoff und Lösemittel.

Schwupps, da ist er, der erste sogenannte „Haushaltskleber“ der Welt. Er besteht natürlich nicht einfach nur aus Kunststoff und Lösemittel. Viele verschiedene Chemikalien ergeben am Ende diese durchsichtige, dickflüssige, stinkende Masse namens UHU oder Pattex oder Pritt.

Aber was ist denn nun dafür verantwortlich, dass er nicht in der Tube kleben bleibt? Mann, mach ich das heute wieder spannend! 

Die geheimnisvolle Unbekannte bei der ganzen Geschichte ist, Ihr kennt sie alle, unsere gute Freundin, die Luft! 

Sobald Kleber an die Luft gelangt, fängt er an zu trocknen und festzubacken. Einige der enthaltenen Stoffe „reagieren“ auf die Luft, wie Chemiker sagen. Erst, wenn sie mit Luft in Kontakt kommen, nehmen sie ihre Arbeit auf. Sie kleben, in diesem Fall.

Genau genommen sind es der Sauerstoff und die Feuchtigkeit, die in der Luft enthalten sind, die den Kleber trocknen. Ja ja, ich find’s ja selber komisch, aber es ist tatsächlich die Feuchtigkeit, die dem Kleber den letzten Schubser gibt, damit er zu trocknen beginnt. Das ist Chemie, habe ich mir sagen lassen.

In der Klebstofftube ist keine Luft vorhanden, deshalb ist der Inhalt die ganze Zeit über flüssig. In der Fabrik wird die Tube mit einer speziellen Maschine verschlossen, die dafür sorgt, dass alle Luft entweicht und nichts austrocknen und festkleben kann.

Übrigens: Wenn Kleber einmal hart geworden ist, kann man ihn nicht mehr flüssig machen. Mit dieser traurigen Information möchte ich den Text aber lieber nicht beenden. 

Hier, ähm, das könnte Euch interessieren: Es sind Sommerferien! Geht raus und spielt. Oder bleibt drinnen und spielt (muss auch mal erlaubt sein). Oder bastelt mir etwas Schönes, egal wo, nur mit Kleber, bitte.

Eine gute Zeit wünscht Euch

Fritz

Zurück