Frischer geht es nicht

von Martina Jansen (Kommentare: 0)

Frischer geht es nicht

Indoor-Farming bei Edeka Honsel in Hervest

Salbei, Basilikum, Dill, Petersilie oder auch Koriander können seit zwei Wochen Honsel-Kunden in Hervest direkt mit Wurzeln frisch geerntet in ihren Einkaufswagen legen. Frischer und lokaler, ohne lange Transportwege, geht es nicht. Möglich macht dies ein Berliner Start Up, das den Edeka-Konzern von seinem Konzept überzeugte. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Lösungen in der Lebensmittelbranche, daher unterstützt Edeka auch dieses Unternehmen“, so Geschäftsführer Ralf Honse. Er bietet als einziger Lebensmittelhändler im Kreis Recklinghausen das Indoor-Farming-Konzept „Bio 2000“ an.

In den Großstädten, insbesondere in Berlin, wurden diese Konzepte bereits seit einigen Jahren getestet. Doch anfänglich wollte dies nicht richtig gelingen oder die produzierte Ware war zu teuer, um vom Kunden akzeptiert zu werden. Nun ist der Durchbruch gelungen und Ralf Honsel startete vor sieben Wochen in seinem Edeka Markt in Hervest mit den ersten Pflanzen. Sie brauchen sechs Wochen zum Wachsen und werden Woche für Woche neu angepflanzt, sodass ständig Nachschub garantiert werden kann. „In den ersten zwei Wochen haben wir bereits 320 Pflanzen geerntet und natürlich auch verkauft“, berichtet Ralf Honsel. „Unsere Kunden waren anfangs skeptisch, aber als die Pflanzen dann erntereif waren, hat sie der Geschmack überzeugt“, freut sich der Kaufmann, dass die Indoor-Farm so gut angenommen wird. „Streicht man kurz über die Pflanzen, dann entfaltet sich ihr volles Aroma, aber auch der Geschmack überzeugt.“

Foto oben rechts: Ralf Honsel ist überzeugt von "Bio 2000"

Zusätzliche Arbeit bedeutet "Bio 2000" für die Mitarbeiter der Firma Honsel nicht, denn Temperatur, Luftgeschwindigkeit und Nährlösung in in dem geschlossenen System werden zentral rund um die Uhr aus einem Rechenzentrum in Berlin gesteuert und kontrolliert. Die Kräuter wachsen umweltschonend in bester Qualität, benötigen 75 Prozent weniger Dünger und sogar 95 Prozent weniger Wasser im Vergleich zu herkömmlichen Methoden.
“Wir glauben, dass dies ein Zukunftskonzept ist”, bringt es Ralf Honsel auf den Punkt.

Foto oben rechts: In diesen Schränken können Kunden den Pflanzen beim Wachsen zusehen

Text und Fotos: Martina Jansen

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